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Geschichte

Die Geschichte der Besteck-Manufaktur beginnt in Solingen, wo Carl Hugo Pott im Jahr 1904 eine Werkstätte zum Damaszieren von Schneidwaren errichtet. Dessen Sohn Carl Pott tritt 1932 in den väterlichen Betrieb ein und begründet als genialer Besteckgestalter den heutigen Ruf der Marke Pott. Im Laufe eines halben Jahrhunderts schafft er ein epochales Besteckprogramm, das noch heute zukunftsweisende Bedeutung hat. Im Jahr 1985 setzt Hannspeter Pott das Werk seines Vaters fort und ergänzt es durch extravagante Entwürfe junger Designer. 2006 geht das Unternehmen in den Besitz der Familie Seibel über, die ebenfalls über eine erfolgreiche Tradition in der handwerklichen Herstellung von Bestecken verfügt. Seither befindet sich die Besteck-Manufaktur im benachbarten Mettmann.

Manufaktur

Gegenüber ihrer modernen, eleganten Erscheinung mutet die Herstellung von Pott-Bestecken geradezu archaisch an. Bevor Sie eines davon in Händen halten, ist es durch die erfahrenen Hände von Meistern in der Manufaktur in Mettmann gegangen, die mit unendlicher Geduld und Sorgfalt jedes Werkstück so lange bearbeiten, bis es höchste Qualitätsansprüche erfüllt. Die überlieferten handwerklichen Arbeitstechniken sind im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert worden. Entgraten, glätten, anspitzen, schärfen, schmirgeln, polieren, bürsten, schleifen, dazwischen immer wieder innehalten und prüfen – jedem Detail, jeder Nuance gilt die ganze Aufmerksamkeit der Handwerkskünstler. Mit geschultem Auge und «Musik in den Händen» leisten sie eine Präzisionsarbeit, die an Schweizer Uhrwerke und den Schliff von Diamanten erinnert und die durch keine computergesteuerte Maschine zu ersetzen ist. Ein Löffel und eine Gabel erfordern jeweils mehr als 30, ein Messer benötigt über 90 Arbeitsgänge. Das Resultat dieses immensen Aufwands sind die Qualität und Beständigkeit jedes Pott- Bestecks. Die Pott-Tischmesser werden in einer Solinger Manufaktur in traditioneller Herstellungsweise von Hand geschmiedet. Aus Molybdän-Vanadiumstahl werden die Messerklingen bei 1050° zum glühen gebracht und unter dem Schmiedehammer mit zwei Tonnen Druck geformt. Nach dem Ausschneiden der Grundform wird die Klinge nochmals auf 1050° erhitzt, durch langsames Abkühlen auf 80° ist die Klinge nun innen hart und außen elastisch. Ein weiterer entscheidender Schritt der insgesamt 90 Arbeitsgänge ist das «blau pliessten», eine aufwändige Schleifmethode, bei der die Oberfläche der Klinge extrem verdichtet und fein versiegelt wird. Das erhöht ihre Rostbeständigkeit. Das Einsetzen, «Reiden», der Klinge in das Hohlheft mit Quarzsandfüllung ermöglicht das ausgewogene Gewicht eines jeden Tischmessers. Die Pott spezifische Mikro-Verzahnung, ein mit bloßem Auge kaum erkennbarer Sägeschliff, garantiert äußerste Schärfe.

Design

Es gab und gibt keinen Gestalter, der sich so intensiv und innovativ mit Bestecken und mit der Ergonomie des Essens beschäftigt hat wie Carl Pott. Sein ganzes Leben widmete er der «Löffelei», wie er seine Entwurfsarbeit scherzhaft nannte, da er jedes neue Besteckmodell mit der Gestaltung des Löffels begann. Sein Schaffen als Designer und gleichzeitig als Unternehmer war und ist bis heute von prägender Wirkung für die gesamte Besteckindustrie. Anfangs traf er mit seinen Ideen von schnörkellosen Besteckformen auf größte Widerstände, doch schließlich setzte sich der Pott-Stil durch. Zeit seines Lebens stand Carl Pott im engen Austausch mit anderen bedeutenden Gestaltern von Gebrauchsgegenständen, diskutierte mit ihnen seine Entwürfe und beauftragte sie, eigene Bestecke zu entwickeln. «Ich betrachte es als meine Pflicht, nicht nur vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zu produzieren, sondern ich habe als Hersteller auch kulturelle Verpflichtungen» war sein Credo, und so beauftragte er Hermann Gretsch, Wilhelm Wagenfeld, Josef Hoffmann, Elisabeth Treskow, Hans Schwippert, Paul Voss und Alexander Schaffner mit Besteckentwürfen für das Pott-Produktprogramm. Dieser Tradition verpflichtete sich auch sein Sohn Hannspeter Pott, der mit Ralph Krämer, Tobias Huys und Stefanie Hengel wichtige Gestalter der jüngeren Generation für Pott gewonnen hat. Die kulturelle Bedeutung des Pott-Programms belegen über 700 Auszeichnungen, die die verschiedenen Produkte international bekommen haben, und die Präsenz in zahlreichen Museen und Design-Sammlungen auf der ganzen Welt.