Manufaktur 

Gegenüber ihrer modernen, eleganten Erscheinung mutet die Herstellung von Pott-Bestecken geradezu archaisch an. Bevor Sie eines davon in Händen halten, ist es durch die erfahrenen Hände von Meistern in der Manufaktur in Mettmann gegangen, die mit unendlicher Geduld und Sorgfalt jedes Werkstück so lange bearbeiten, bis es höchste Qualitätsansprüche erfüllt. Die überlieferten handwerklichen Arbeitstechniken sind im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert worden. Entgraten, glätten, anspitzen, schärfen, schmirgeln, polieren, bürsten, schleifen, dazwischen immer wieder innehalten und prüfen – jedem Detail, jeder Nuance gilt die ganze Aufmerksamkeit der Handwerkskünstler. Mit geschultem Auge und «Musik in den Händen» leisten sie eine Präzisionsarbeit, die an Schweizer Uhrwerke und den Schliff von Diamanten erinnert und die durch keine computergesteuerte Maschine zu ersetzen ist. Ein Löffel und eine Gabel erfordern jeweils mehr als 30, ein Messer benötigt über 90 Arbeitsgänge. Das Resultat dieses immensen Aufwands sind die Qualität und Beständigkeit jedes Pott- Bestecks. Die Pott-Tischmesser werden in einer Solinger Manufaktur in traditioneller Herstellungsweise von Hand geschmiedet. Aus Molybdän-Vanadiumstahl werden die Messerklingen bei 1050° zum glühen gebracht und unter dem Schmiedehammer mit zwei Tonnen Druck geformt. Nach dem Ausschneiden der Grundform wird die Klinge nochmals auf 1050° erhitzt, durch langsames Abkühlen auf 80° ist die Klinge nun innen hart und außen elastisch. Ein weiterer entscheidender Schritt der insgesamt 90 Arbeitsgänge ist das «blau pliessten», eine aufwändige Schleifmethode, bei der die Oberfläche der Klinge extrem verdichtet und fein versiegelt wird. Das erhöht ihre Rostbeständigkeit. Das Einsetzen, «Reiden», der Klinge in das Hohlheft mit Quarzsandfüllung ermöglicht das ausgewogene Gewicht eines jeden Tischmessers. Die Pott spezifische Mikro-Verzahnung, ein mit bloßem Auge kaum erkennbarer Sägeschliff, garantiert äußerste Schärfe.