Hering Berlin x Pott Kooperation


4 exklusive Bundles der beiden Manufakturen


Seit 1995 kennen und schätzen sich Stefanie Hering, Porzellan-designerin und Gründerin der Manufaktur Hering Berlin, und Wilhelm Seibel, Inhaber und Geschäftsführer der legendären Besteck Manufaktur Pott. Nun ist die Idee einer Kooperation Realität geworden. Vier exquisite Bundles zu den Themenkreisen Salz, Käse und Austern verbinden die einzigartige Ästhetik beider Marken. Zu dieser Ästhetik gehört nicht allein das ebenso innovative wie zeitlos puristische Design der Objekte, sondern auch eine sehr ähnliche Philosophie sowie Fertigungsprozesse, die auf uralten Handwerksprozessen basieren.


Stefanie Hering, die sich zur Keramikmeisterin ausbilden ließ, bevor sie sich in den 1990-er Jahren auf den Werkstoff Porzellan konzentrierte, experimentiert mit Formen und Glasuren, lotet die Grenzen des Materials in Zusammenarbeit mit seit Jahrzehnten in der Porzellanherstellung versierten Kunsthandwerkern immer wieder neu aus und präsentiert Designs, die ausschließlich in Handarbeit herstellbar sind.


Auch die einzigartige Qualität der Pott-Bestecke beruht auf reinstem Handwerk, dessen Präzision Schweizer Uhrwerken oder dem Schliff von Diamanten in nichts nachsteht und durch keine computergesteuerte Maschine ersetzt werden kann. Mehr als 30 Arbeitsgänge stecken in jedem Löffel und jeder Gabel; ein Messer benötigt über 90 Schritte, bis die Klingen ihre anhaltende Schärfe und das gesamte Werkstück sein einzigartig ausgewogenes Gewicht erlangt hat. Die Besteckmanufaktur wurde 1904 in Solingen begründet; 2006 geht das Unternehmen in den Besitz der Familie Seibel über, die im benachbarten Mettmann seit 125 Jahren, heute in der 6. Generation, hochwertigste Bestecke in ihrer Manufaktur fertigt.


„Pott und Hering unterscheidet Material und Kategorie“, so Wilhelm Seibel. „Aber so vieles eint uns: Qualität, Manufaktur, Made in Germany, die Tischgemeinschaft. An einem gedeckten Tisch sind wir einfach ein tolles und sehr geselliges Team.“

Bundle 01

Salz


Das Salzschälchen der Hering Collection „Pulse“, deren feine Rippenstruktur durch einen nur per Hand durchführbaren Auswasch-Prozess entsteht, wird durch einen Pott Salzlöffel im Design der ikonischen Serie „Pott 84“, dem „Kanzlerbesteck“ der Ära Ludwig Erhards, ergänzt, welches für dieses Set in vergoldet angefertigt wird.

Bundle 02

Käse


Das Bundle „Käse“ kombiniert einen Klassiker: das von Designer Ralph Krämer 1994 entworfene Weichkäsemesser „Pott Formado“, in einer Sonderanfertigung mit vergoldetem Griff, mit einem jener Plateaus aus Hering Biskuit-Porzellan, die Stefanie Hering auf der Grundlage barocker „Conversational Pieces“ aus dem Formenarchiv der Schwarzburger Werk- stätten in Thüringen entwickelte. “Sie greifen den Ursprungsgedanken von Tischdekoration auf”, erläutert Stefanie Hering, “ästhetisch anregende Porzellanobjekte, über die einander unbekannte Tischgäste miteinander ins Gespräch kommen und eine wundervolle, inspirierte Zeit miteinander verbringen. Genau diese Freude an Geselligkeit möchten wir an unsere Kunden weitergeben!“

Bundle 03

Austern


Das Große Austern-Bundle kombiniert einen Pott Austernhandschuh und einen Pott Austernbrecher, nach Entwurf von Ralph Krämer, mit einer Austernbar im puristischen „Velvet“-Design von Hering Berlin, das auf das Miteinander von handgeschliffenem, mattem Biskuitporzellan und spiegelnd glasierten Porzellanflächen setzt.

Bundle 04

Austern klein


Das Bundle „Austern klein“ verbindet die Pott Austerngabel, als Spezialanfertigung in vergoldet, mit geschwungener Einkerbung, um das Austernfleisch vollends von der Schale lösen zu können, mit einem Hering Berlin-Teller im „Silent Blue“-Design mit meerblauer, per Hand ausgegossener Kobalt-Glasur.

Die Spur der Hand macht Manufakturarbeit einzigartig


Interview mit Stefanie Hering, Founder, Designer Hering Berlin und Wilhelm Seibel, Inhaber und Geschäftsführer Pott Besteck Manufaktur


Was ist die Besonderheit der Fertigung von Hand in Ihrer Manufaktur?


Stefanie Hering: Manufakturobjekte berühren uns auf eine ganz andere Art und Weise als industriell gefertigte Produkte, also Massenware. Wenn ich mich auf ein Manufakturobjekt von Hering Berlin einlasse, spüre ich eine andere Poesie und Qualität als bei einem Artikel vom Fließband. Das Einzigartige sind die Menschen dahinter: hochbegabte Kunsthandwerker, Meister ihres Fachs, die ich selbst auswähle, ausbilde und mit denen ich eng über Jahre hinweg zusammenarbeite. Jemand, der in einer Manufaktur arbeitet, erweitert ein Leben lang seine Erfahrung und gibt sein Wissen dann an jemanden weiter, der dieses Handwerk gerade erlernt.


Wilhelm Seibel: Ein automatengefertigtes Besteck mag auf den ersten Blick ähnlich präzise und perfekt aussehen wie ein Besteckteil aus unserer Manufaktur. Der eklatante Unterschied aber ist, dass ein Pott Besteck eben handgefertigt wird, von erfahrenen Handwerksmeistern mit viel Gefühl und gutem Auge geprüft wird und einen immateriellen, kulturellen Wert besitzt. Manufakturprodukte haben Seele – vergleichbar mit einer handgefertigten mechanischen Uhr.


Worin liegt für Sie der ganz besondere Wert von Craftsmanship – vielleicht auch gerade in der heutigen Zeit?


Stefanie Hering: Ich bin immer wieder aufs Neue von der Meisterschaft der Handwerkskunst begeistert. Es ist ein Staunen über diese bis ins kleinste Detail perfekt ausgeführte Arbeit, über Techniken, die seit Jahrhunderten gepflegt werden, und die Spur der Hand, die jedes einzelne Stück zu einem Unikat macht. Darüber hinaus lässt Craftsmanship auch durch das Experimentieren in kleinen Stückzahlen erst visionäre Entwicklungen in der Gestaltung zu. Das ist für mich als Designerin, die sich schon immer an die Grenzen des Werkstoffs Porzellan herantastet, immens wichtig. Diesen Innovationsgrad erzielen Sie in Industrieproduktion einfach nicht.


Wilhelm Seibel: Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel aus unserer Manufaktur, das deutlich macht, was Craftsmanship für Pott bedeutet: Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Pott Bestecke sind die Messer mit geschmiedeten Klingen, die in ein Heft eingesetzt werden. Dies ermöglicht langanhaltende Schärfe und schafft perfekte Balance im Handling. Ein solches Messer braucht bis zu 90 Arbeitsschritte und kann nur von Hand hergestellt werden.


Bitte beschreiben Sie kurz eine für Ihr Unternehmen typische Produktentwicklung.


Wilhelm Seibel: Eine Entwicklung neuer Produkte ist aus unserer Sicht immer eine Symbiose aus ästhetischen, funktionalen und herstellungsgetriebenen Ansprüchen. Wir wollen zeitlose Produkte schaffen, die perfekt funktionieren, sowie gut und sinnvoll hergestellt werden können. Eine Produktentwicklung ist dabei immer ein Reifeprozess mit mehreren Akteuren (Designer, Hersteller). Carl Pott, der 10 der 19 aktuellen Pott Bestecke gestaltet hat, gilt als einer der wichtigsten Besteckgestalter des 20. Jahrhunderts. Das mag auch daran liegen, dass er Gestalter und Hersteller in einer Person war.


Stefanie Hering: Genau, Designer UND Entrepreneur, darin liegt immer die Kernkompetenz für innovative Gestaltung – und ein Garant für Weiterentwicklungen im Umgang mit dem Werkstoff, egal ob Besteck oder Porzellan. Es braucht Mut und Experimentierlust, unbedingtes Wissen und Verständnis für Funktionalität sowie eine signifikante, für die Marke charakteristische Formensprache – und natürlich kluge betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Die Stücke, die wir für unsere Kooperation Hering Berlin x Pott ausgesucht haben, zeichnen sich durch genau diese Reife aus.


Ihr ikonischtes Design?


Stefanie Hering: Immer genau das, an dem ich gerade arbeite, da zu meiner Gestaltungsphilosophie das Ausloten von Grenzen gehört, die der Werkstoff Porzellan eigentlich vorgibt. Dieser Mut zum Experiment und das Ziel, Designvorreiter zu schaffen, das ist mein spielerischer Antrieb. Beispiel Farbglasur Blue Silent beim Austernteller für die Pott Kooperation: Das zentrale Merkmal ist eine auf Erden und Mineralien basierende Glasur, die auf der Anrichtefläche ausgegossen wird, während der Rand in jenem puren, unglasierten und samtigen Biskuit-porzellan verbleibt, das für Hering Berlin-Porzellane typisch ist. Nur: Porzellan lässt normalerweise keine derartigen Glasuren zu, weil sie den hohen Brenntemperaturen nicht Stand halten. Also habe ich so lange in unserer Manufaktur getestet, mit Ton, mit Erden probiert, die wir so aufarbeiten, dass sie hoch-feuerfest sind, dass sie mit den Glasuren eine Symbiose eingehen.


Wilhelm Seibel: Das Ikonografische am Pott Programm ist wahrscheinlich die Vielfalt des Portfolios und Eigenständigkeit der einzelnen Modelle. Wir stellen immer wieder fest, dass hier jeder seinen/ihren eigenen Favoriten findet. Einige Modelle stechen jedoch heraus: Pott 33 mit seiner 5-zinkingen Gabel, Pott 35 mit viel Breite und Volumen oder Pott 86 von Josef Hoffmann, das aufgrund seiner Form nur in Sterling Silber gefertigt werden kann.


Gibt es einen Meilenstein, auf den Sie besonders stolz sind oder der Sie geprägt hat?


Wilhelm Seibel: Mancher nennt Pott auch die Manufaktur der 1000 Designpreise. Es ist eine beachtliche Sammlung an Auszeichnungen, die Pott über die Jahre gesammelt hat. Weitere Geschichte und Meilensteine sind z.B. das Olympia Besteck Pott 22, das 1972 das Olympische Dorf in München ausstattete und damit weltberühmt wurde oder das Kanzlerbesteck Pott 84, das in der Ära Ludwig Erhards neben dem Kanzleramt auch diverse deutsche Botschaften in der Silberausführung ausstattete.


Stefanie Hering: Ich habe im letzten Jahr eine Ausstellungsreihe mit dem Goethe Institut in Thailand gestartet und dafür auch in Ratchaburi vor Ort mit einem besonderen Ton arbeiten können, der die Gestaltung immens hoher Gefäße erlaubt – etwas, das ich mir für meine Arbeit als Designerin schon lange wünschte und mich auch weiterbringt. Zudem bin ich besonders stolz, dass wir mit über 500 renommierten Köchen weltweit ein Netzwerk von Gourmet-Partnern geschaffen haben, die allesamt ihre Kreationen auf Hering Berlin inszenieren! Das alles kann man auf unserer Website lesen. Dort gibt’s auch News zu unseren Designpreisen, etwa den Dineus Award, den Tableware international award oder den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Es macht mich glücklich, dass ich als Vorreiterin in der Gestaltung von kontemporären Porzellandesign verstanden und geehrt werde.


Wann und wie entstand die Idee einer Zusammenarbeit?


Wilhelm Seibel: Unsere Manufakturen sind schon lange bekannt und befreundet. Stefanie Hering und ich kennen uns glaube ich seit 1995. An Stefanie Hering begeistert mich ihre ausdauernde Passion für Porzellan und experimentelle Handwerklichkeit. Sie inspiriert mich immer wieder und hat gewiss etwas Anteil an den erfolgreichen Entwicklungen von Pott. Auch ist uns eigentlich schon immer bewusst, dass Porzellan von Hering Berlin die perfekte Ergänzung für Pott Produkte ist. Schon lange empfehlen wir Hering, wenn uns Kunden nach dem „richtigen“ Porzellan fragen. Ich denke, 2020 ist es nun endlich an der Zeit für eine Kollaboration!

Warum ist Pott bzw. Hering Berlin Ihr Wunschpartner für diese branchenübergreifende Zusammenarbeit?


Stefanie Hering: Mir persönlich liegt der Wert und die Meisterschaft der reinen Handarbeit wirklich sehr am Herzen. Rein von Hand mit viel Liebe und Wissen gefertigte Objekte führen auch zu einem bewussteren und nachhaltigeren Konsum: Ich kaufe etwas, was ich nicht nach drei Monaten zur Seite stelle, sondern über Jahre hinweg gerne ansehe und gebrauche. Genau darum geht es in der Zusammenarbeit mit Pott. Ich nenne das mindful luxury, eine neue Achtsamkeit im Design, ein sehr bewusster Umgang mit Ressourcen, Menschen und Objekten. Diesen Anspruch teile ich mit Pott.


Wilhelm Seibel: Einige Sprichwörter würden hier passen: „Gleich und gleich gesellt sich gerne“ oder „Great minds think alike“. Pott und Hering unterscheidet Material und Kategorie, aber so vieles eint uns: Qualität, Manufaktur, Made in Germany, Tischgemeinschaft. An einem gedeckten Tisch sind wir einfach ein tolles und sehr geselliges Team.


Ihr Lieblingsstück/Bundle aus der Hering Berlin x Pott Kooperation?


Wilhelm Seibel: Die Auswahl fällt sicher nicht leicht. Aber ich entscheide mich für das Salzschälchen und den vergoldeten Salzlöffel. Das Filigrane des Löffels, die Samtigkeit des Biskuit Porzellans und der etwas extravagante Touch der Vergoldung finde ich eine sehr reizvolle Kombination. Ich sehe mich gerade an einem lauen Sommerabend mit Freunden einen Salat mit Ziegenkäse und Wallnüssen mit Fleur des Sel garnieren. Vielleicht gibt’s zum Hauptgang ja Austern und zum Nachtisch etwas Käse, sodass die anderen Bundles auch zum Einsatz kommen.


Stefanie Hering: Unter allen spannenden Produkt-Zusammenstellungen in dieser Kooperation ist für mich das Hering Berlin Velvet Käse-Plateau mit Pott Formado einzigartig. Für das Plateau habe ich ein historisches Original aus dem Repertoire der Schwarzburger Werkstätten ausgewählt und in Biskuitporzellan nachstilisiert. Die Original-Plateaus haben ja in der Geschichte der europäischen Manufakturen der Präsentation der Speisen bei Hofe gedient und wurden – als Träger von Figurengruppen – als Conversational Pieces betrachtet. Sie greifen den Ursprungsgedanken von Tischdekoration auf: ästhetisch feine, anregende Porzellanobjekte, über die einander unbekannte Tischgäste miteinander ins Gespräch kommen und eine wundervolle, inspirierte Zeit miteinander verbringen. Genau dies ist das Ziel unserer Zusammenarbeit und genau diese Freude an Geselligkeit möchten wir mit all den wunderbaren Manufaktur-Objekten von Pott und Hering Berlin an unsere Kunden weitergeben!